STELLUNGNAHME DES ASTA ZUM NEUEN UNI-PRÄSIDENTEN DIETER LENZEN
Freitag, 27. November 2009Neuer Uni-Präsident soll sein Konzept für die Zukunft der Uni öffentlich machen!
Am Freitag haben Hochschulrat und Akademischer Senat Dieter Lenzen zum neuen Präsidenten der Uni Hamburg gewählt. Zuvor wurde der Kandidat in einer fast 5-stündigen Sitzung vom Akademischen Senat (AS) angehört. Danach wurde Lenzen mit großer Mehrheit (14:2:1) vom AS bestätigt. Die Wahl des Präsidenten wurde von Protesten begleitet. Diese richteten sich gegen den Kandidaten sowie gegen das Wahlverfahren generell.
Kritik am Verfahren ist in der Tat angebracht: Die Findung eines neuen Präsidenten ist weder transparent gestaltet, noch den Mitgliedern der Universität vernünftig vermittelt worden. Die Mehrheit in der Universität war völlig uninformiert und fühlte sich zu Recht übergangen. Im Rahmen der Neuerung des Hamburger Hochschulgesetzes bedarf das Wahlverfahren dringend der Veränderung! An dieser Stelle ist es insbesondere von der GAL scheinheilig, nun ein Verfahren zu kritisieren, das man in der Regierungsverantwortung schon längst hätte ändern können! Das angekündigte offene und transparente Findungsverfahren wurde nicht umgesetzt!
Unabhängig vom Wahlverfahren der Präsidentenwahl ist die Person Dieter Lenzen eigenständig zu beurteilen. Er hat das Wahlverfahren nicht zu verantworten. Lenzen überzeugte in einer 5-stündigen Sitzung die große Mehrheit des Akademischen Senats (AS), darunter auch anfängliche KritikerInnen. Nun muss eine sachliche Diskussion über die anstehenden Aufgaben des neuen Präsidenten geführt werden.
An der Universität gibt es viel zu tun! Beispielhaft sind zu nennen:
▪ Die Bachelor- und Master-Studiengänge können nicht so bleiben wie sie sind! Baustellen u.a.: Beseitigung der ernormen Prüfungslast, die Abschaffung der Anwesenheitspflicht, eine Verringerung der wöchentlichen Arbeitsbelastung und mehr Flexibilität in der Ausgestaltung der Studiengänge.
▪ Die unsozialen Studiengebühren müssen endlich abgeschafft werden!
▪ Die akademische Selbstbestimmung muss gestärkt werden!
▪ Die bauliche Modernisierung der Uni am derzeitigen Standort muss endlich stattfinden!
▪ Es braucht insgesamt eine Verbesserung der Studienbedingungen,
mehr Interdisziplinarität und Fächervielfalt!
Dieter Lenzen hat sich zu vielen dieser Punkte bei seiner Vorstellung vor dem AS bereits ausführlich geäußert. So hat er sich u.a. unmissverständlich gegen Studiengebühren positioniert, umfassende Verbesserungen bei den Bachelor- und Master-Studiengängen angekündigt und zugesagt, die Statusgruppen ehrlich in Entscheidungsprozesse an der Uni einzubeziehen.
Zu Recht wird nun von ihm erwartet, seine Pläne öffentlich gegenüber der gesamten Universität zu konkretisieren und zu benennen, wie die vielen Probleme gelöst werden sollen. Insbesondere muss er erklären, wie er in seiner Arbeit alle Mitglieder der Universität in Entscheidungsprozesse integrieren will!
Der AStA wird sehr darauf achten, dass dies nun auch passiert! Wir werden in Gesprächen mit Dieter Lenzen entsprechend Druck machen und seine Arbeit kritisch begleiten!
