STELLUNGNAHME DES ASTA ZU DER AKTUELLEN LAGE AUF DEM CAMPUS

Mittwoch, 2. Dezember 2009

KEINE SPALTUNG DER VERFASSTEN STUDIERENDENSCHAFT ZULASSEN

Seit drei Wochen ist das Audimax besetzt; seit Montag das Gebäude der SozialwissenschaftlerInnen. Das Gebäude des Fachbereichs Sozialökonomie war eine Woche besetzt, mittlerweile haben die Studierenden die Besetzung (freiwillig) beendet.

Der AStA teilt die konstruktiven Forderungen der BesetzerInnen zur Verbesserung der Bildungssituation. Wir setzen uns für die Reform der Bachelor-/ und Master-Studiengänge, für die Abschaffung der unsozialen Studiengebühren, die Stärkung der akademischen Selbstbestimmung, die Verbesserung der Studienbedingungen und die Öffnung der Hochschule ein.

Dies sind die Kernforderungen der Studierenden, die wir tagtäglich mit dem Ziel vertreten, die Bildungssituation hier an unserer Universität  und darüber hinaus zu verbessern.

Durch die Besetzungen und den Protest der Studierenden wurde eine mediale Aufmerksamkeit erreicht, die diesen Forderungen und Positionen öffentlichen Nachdruck verleiht. Dieses öffentliche Interesse für die Bildungssituation können wir Studierende im Kampf um eine bessere Bildungspolitik sicherlich gebrauchen.

Allerdings mehrten sich in den vergangenen Tagen die Beschwerden über die Beeinträchtigung des Studienalltages. Diesbezügliche Beschwerden müssen wir als Allgemeine Studierendenvertretung ebenso aufnehmen und behandeln. Daher stehen wir mit der Uni-Leitung in ständigem Kontakt, um entsprechende Ersatzräume zu finden oder E-Learning-Angebote zu organisieren.

Als AStA wollen wir vor allem eine Spaltung der Verfassten Studierendenschaft zwischen ProtestlerInnen und Nicht-ProtestlerInnen verhindern.

Eine Spaltung in zwei Lager darf auf keinen Fall geschehen. Anstelle eines Auseinanderfallens der Studierendenschaft müssen wir gemeinsam dafür kämpfen, dass sich die Bildungssituation verbessert, ohne uns gegenseitig zu attackieren. Dafür muss ein ehrlicher Dialog darüber geführt werden, was wir wollen und wie wir unsere Ziele erreichen können. Dazu gehört auch die Frage, wann und wie Besetzungen und Proteste sinnvoll sind. Dabei müssen alle unterschiedlichen Meinungen Gehör finden und akzeptiert werden.

Der AStA ruft zu einem konstruktiven und fairen Dialog zwischen den Studierenden auf, anstatt sich auseinander reißen zu lassen. An der Bildungssituation ist weder die Universität und schon gar nicht die Verfasste Studierendenschaft schuld! Verantwortlich ist die Bildungssparpolitik der letzten Jahre.

Wir fordern alle Studierende auf, sich an diesem Dialog zu beteiligen. Keine Aktion auf dem Campus soll dazu führen, dass wir Studierende uns untereinander attackieren oder sogar psychische oder physische Gewalt ausgeübt wird.

Als AStA wollen wir mit allen Studierenden diesen Dialog führen und weiter für studentische Interessen kämpfen.