Uni als Ganzes: Darum Rahmenprüfungsordnung!

Einladung zur hochschulöffentlichen Sitzung des Akademischen Senats (AS) am Do, 25.1.18, ab 14 Uhr, ESA W, Raum 221, mit dem Tagesordnungspunkt: Rahmenprüfungsordnung.

Gesellschaftlich kritisch reflektierendes und eingreifendes Studieren ist die sinnvolle und notwendige Tätigkeit der Universität. Massenhafte Wohnungslosigkeit bei massenhaftem Leerstand, enorme (öffentliche) Armut bei enormen (privaten) Reichtum, weitverbreitete Friedensbefürwortung bei verordneter Aufrüstung und Kriegslust durch das 2%-Ziel der NATO sowie kriegerischer Eskalation zwischen USA und Nordkorea oder in Syrien, zunehmende Burn-Out- und Depressionsraten bei zunehmenden Möglichkeiten für menschliche Kultur und Arbeit sind akute Herausforderungen, zu deren positiven Lösung Wissenschaft beitragen muss.

Damit Studium umfassend diese nützliche Rolle in der gesellschaftlichen Entwicklung spielt, muss die Orientierung auf Humankapital-Akkumulation des Bachelor-Master-Systems (u. a. durch Leistungspunkt-Orientierung oder stupide Klausuren-Paukerei) endgültig beendet werden. Aktuell steht auf Grundlage der engagierten Studienreform zahlreicher Uni-Mitglieder an, die anstehenden Reformschritte in einer Rahmenprüfungsordnung (RPO) zu vereinbaren. Mit der RPO können uniweit verbindlich Bereiche im Studium geschaffen werden, in denen exemplarisches Projektstudium an gesellschaftlichen Herausforderungen (s. o.) im „Werkstattstudium“ und „Studium Generale“ zur Allgemeinbildung neu möglich sind. Zur Unterstützung einer solchen Studienpraxis können mit der RPO für alle strukturelle Erleichterungen festgehalten werden: Studienfristen streichen, Prüfungsanzahl so gering wie möglich halten, unbegrenzte Wiederholungsmöglichkeiten für nicht bestandene Prüfungen realisieren, Anwesenheitspflicht nur in hochschuldidaktisch begründeten Fällen vorsehen und einfache ärztliche Atteste für die Prüfungsunfähigkeit als ausreichend akzeptieren. Eine solche Studienstruktur regt stärker an, dass wir Studierende interessegeleitet zum Verstehen und Verbessern der Welt studieren.

Gegen diese positive Möglichkeit der RPO verwehren sich wenige, aber durchaus laute und aggressive Uni-Mitglieder, insbesondere aus der Professoren-Gruppe der BW- und auch MIN-Fakultät. Nur noch in der Fakultät für Betriebswirtschaft (BW) gelten im Bachelor- und Masterstudium Studienfristen, dessen Überschreitung zur Zwangsexmatrikulation führt. Hier soll das stumpfe Training für den Arbeitsmarkt statt dem kritischen Studieren zur humanen Lösungsfindung dominieren. Diese neoliberale Orientierung ist durch den Studienreformprozess erheblich infrage gestellt. Die Frage „Wem nützt die Wissenschaft und das Studium?“ fordert hier heraus. Genau diese Entwicklung ist richtig. Wir können gemeinsam dafür arbeiten, dass die Wissenschaft zum Allgemeinwohl beiträgt. Für den positiven Durchbruch sind alle gefordert.

In der kommenden Sitzung des Akademischen Senats (AS), das höchste demokratische Gremium der Uni, am Donnerstag, den 25.1.18, steht die Rahmenprüfungsordnung auf der Tagesordnung. Kritische Hochschulöffentlichkeit unterstützt das studentische Eingreifen für die Studienreform und positive RPO erheblich. Deswegen: Kommt dazu! Mischt Euch ein!

Wir rufen alle auf, zur hochschulöffentlichen Sitzung des Akademischen Senats zu kommen, in der die Rahmenprüfungsordnung behandelt werden soll. Treffpunkt: Do., 25.1.18, 14 Uhr vor dem AStA-Infocafé.

In diesem Sinne sind alle an die Wahl zum Akademischen Senat erinnert: Informiert Euch! Nutzt Eure Stimme! Und Vorsicht: Die Wahl zum AS wird wiederholt, ist eine reine Briefwahl, und endet am 02.02.2018, 14 h.