Reform des Lehramtsstudiums

Nachdem eine Expertenkommission die Lehramtsstudiengänge der Uni Hamburg evaluiert hatte, stellte sie am 19. Januar ihre Empfehlungen vor: Zukünftig sollen in drei Lehramtsstudiengängen für Grundschule, Stadtteilschule und Gymnasium spezifische Lehrkräfte ausgebildet werden. Deutsch und Mathematik, soll dabei zukünftig, neben einem weiteren Fach, eine stärkere Rolle im Grundschullehramt bilden und die Stadtteilschule soll zugunsten erziehungswissenschaftlicher Inhalte weniger fachliche Aspekte beinhalten.

Neben einigen positiven Aspekten gab es auch viel Kritik an den Empfehlungen. Die vier Lehramtsfachschaftsräte erklärten in einer gemeinsamen Stellungnahme, dass eine Aufspaltung in Gymnasial- und Stadtteilschullehrkräfte, die mit der stärkeren Heterogenität an Stadtteilschulen begründet wird, widersinnig ist, da ja alle Schulen offen für alle sein sollten. Auch das Zurückfahren von Fachinhalten im geplanten Grundschul- und Stadtteilschullehramt ist für eine gute Lehramtsbildung widersinnig.

Was in dem Gutachten dazu unberücksichtigt bleibt, ist die desolate finanzielle Lage der erziehungswissenschaftlichen Fakultät, die bei der aktuellen Lage nur schwerlich die bereits jetzt stattfindenden Lehrangebote aufrechterhalten kann. Es bleibt zu hoffen, das Wissenschafts- und Schulbehörde die Kritikpunkte aus der Studienpraxis mehr Gehör schenken, als einer Kommission, die sich innerhalb weniger Tage versuchte, sich eine oberflächliche Übersicht zu verschaffen.