Gleichstellungspolitik im AStA

Jasmin Fischer
Studentische Gleichstellungsbeauftragte

Alter: 24
Studienfach: Betriebswirtschaftslehre

Telefon: 040/450 204-19
E-Mail: gleichstellung[at]asta.uni-hamburg.de

 

 

Bei dem AStA –Allgemeiner Studierendenausschuss– handelt es sich um die Vertretung aller Studierenden. Um die Chancengleichheit beider Geschlechter zu gewährleisten und der geschlechterspezifischen Diskriminierung im Universitätsalltag begegnen zu können, ist die Gleichstellungspolitik durch die studentische Gleichstellungsbeauftragte in das Sozialreferat eingegliedert.


1.   Situation an der Uni Hamburg

Die Zahl der Studierenden an der Universität Hamburg beläuft sich derzeit auf ca. 38.000, wobei der Anteil der weiblichen Studierenden etwa 58% beträgt. Dies ist zwar ein gutes Zeichen für die wachsende Gleichstellung der Geschlechter, jedoch sieht die Statistik in der Berufswelt und auch bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Universität ganz anders aus. Beispielsweise betrug die Anzahl der Professorinnen im Jahre 2008 nur 22 %. Auch bei den Neuberufungen von Professuren ist der Frauenanteil noch nicht annähernd auf dem Niveau der Männer – in den letzten fünf Jahren lag der Durchschnitt der weiblichen Neuberufungen bei ca. 30 %. Zwar wurden im Jahr 2005 mit 44 % überdurchschnittlich viele Frauen berufen, jedoch sank die Zahl schon im folgenden Jahr auf nur noch 13%. Dagegen gilt es zu arbeiten.

Neben den Problemen der Diskriminierung an der Universität hält der AStA unter anderem die Problematik der Lohnrelation für wichtig. Frauen sind, trotz besserer Qualifikation, überproportional in geringfügig vergüteten Beschäftigungsverhältnissen vertreten, stärker von Arbeitslosigkeit betroffen und verdienen quer durch alle Beschäftigungsschichten wesentlich weniger als Männer, obwohl 51% der Hochschulabsolventen weiblich sind. Im Durchschnitt verdienen Frauen in Deutschland 22% weniger als Männer. Dieses Lohngefälle ist deutlich höher als der europäische Durchschnitt von 15%.

Zwar scheinen diese Probleme an der Universität zunächst noch in weiter Ferne, jedoch beginnen sie direkt mit dem Abschluss des Studiums. Dies gilt zum Beispiel für Vorstellungsgespräche oder Assessment-Center, wenn es darum geht, Gehaltswünsche oder -vorstellungen zu äußern oder bestimmte Führungspositionen zu erlangen.

Insgesamt zeigt sich, dass die Gleichstellung der Geschlechter noch längst nicht erreicht ist. Denn das Aufbrechen mancher Strukturen ist eine ewige Aufgabe, ein langsamer Prozess, der nicht aufhören darf. Deswegen will der AStA den Studentinnen schon während ihrer Zeit an der Universität die Möglichkeit geben, sich mit diesen Problemen auseinanderzusetzen und ihre Fähigkeiten zu stärken Hierbei geht der AStA schon jetzt mit gutem Beispiel voran, denn das amtierende AStA-Team ist zu 50% mit Frauen besetzt. Diesen Ansatz wollen wir ausweiten, so dass das Ziel einer gleichgestellten Universität erreicht wird.


2.   Aktivitäten des AStA für weibliche Studierende

Die Lebenskonzepte der Frauen so wie die der Männer sind heute  unterschiedlicher als je zu vor. Diese Freiheit haben wir uns erkämpft. Doch vielfältig, vielschichtig und zum Teil schwer auszumachen sind heute auch gesellschaftliche Rollenzuschreibungen und Zwänge. Das Aufbrechen dieses Gerüsts ist schwer. Deshalb brauchen wir eine politische Einrichtung für Gleichstellung - für Frauen und für Männer: die studentische Gleichstellungsbeauftragte.

Ziel soll es sein, dass das Diskriminierungsproblem weiterhin auf der allgemeinen Agenda bleibt. Wir  möchten in der breiten Öffentlichkeit ein Bewusstsein für die heute zum Teil subtilen und zum Teil ganz offensichtlichen Probleme im Bereich Gleichstellung schaffen und ein gesellschaftliches Umdenken fördern.

Wir arbeiten dazu mit der Gleichstellungsbeauftragten der Universität Hamburg, dem Career Center und anderen, für die Gleichstellung wichtigen, Institutionen zusammen. Im Folgenden erfahrt ihr, was der AStA für weibliche Studierende organisiert:


Beratung und Online-Beratung

Wir bieten zurzeit eine Psychologische Beratung für Frauen an. Sie soll gewährleisten, dass Studentinnen unter anderem bei sexueller Belästigung adäquat beraten bzw. an qualifizierte und seriöse Hilfseinrichtungen verwiesen werden. Aufgrund der vielseitigen Abhängigkeitsverhältnisse in der Universität kann es zu einem Missbrauch von Macht kommen. Der AStA hofft zu erreichen, dass die Betroffenen nicht schweigen, sondern sich Hilfe und Unterstützung suchen. Auch bei anderen Problemen (Stress, Krisen, Fragen) bietet die psychologische Beratung eine Anlaufstelle. Die Sprechzeiten findet ihr hier: Beratungszeiten

Die psychologische Beratung für Frauen wird um eine Onlineberatung erweitert. Ziel ist, dass Frauen sich möglichst anonym mit allen Problemen an uns wenden können. Im Vordergrund stehen dabei Diskriminierungsprobleme im Universitätsalltag.

Anonymes Online-Formular: Bitte hier klicken.


Frauenhochschulwoche

Die Tradition der Frauenhochschulwoche wird fortgesetzt. Wir tragen ein breites Angebot aus Diskussionsrunden, Vorträgen und Workshops zusammen. In dieser Woche soll das Thema Gleichstellung an der Uni für eine breite Öffentlichkeit  bearbeitet werden. Mit einem feministischen Schwerpunkt wird in verschiedenen Fachbereichen der Blick auf  das Thema Gleichstellung gelenkt. Neben einer inhaltlichen Auseinandersetzung sollen zudem Frauen gefördert und gefeiert werden.

Dieses Mal wird die Frauenhochschulwoche in der Zeit vom 23.11.- 27.11.2009 stattfinden und das Rahmenprogramm demnächst hier (www.frauenhochschulwoche.de) zu finden sein.

Vorläufiges Rahmenprogramm der Frauenhochschulwoche 2009:

Mo., 23.11.2009: Infostände im Audimax

Die Auftaktveranstaltung findet von 10- 17.oo Uhr im Audimax statt. Hierbei werden sich verschiedenen Einrichtungen, Initiativen und Organisationen mit genderspezifischem Schwerpunkt in Form von Infoständen vorstellen und von ihren Aktionen berichten. Außerdem  sind Prospekte der unterschiedlichen Teilnehmer und Kooperationspartner ausgelegt und es wird über das Thema Gleichstellung im Allgemeinen und die Frauenhochschulwoche im Besonderen informiert.

Di., 24.11.2009: Workshops

10- 13.oo Uhr CareerCenter:
Karriereplanung
(Anmeldung unter gleichstellung(at)asta.uni-hamburg.de)

Was ist für mich Karriere aus heutiger Sicht? In diesem Workshop wird der Fokus auf gewünschte berufliche Einsatzfelder nach dem Studium gerichtet und erste Handlungsschritte zur Planung der eigenen Karriere entwickelt unter Berücksichtigung allgemeiner wie auch individuell wichtiger Faktoren.

Zielgruppe: Studentinnen und Absolventinnen
Ort: Universität Hamburg, Career Center, Monetastr. 4
Leitung: Dr. Nina Feltz, Sport- und Bewegungswiss., Career Center


14- 16.oo Uhr Mrs. Sporty: Info- Workshop

(Anmeldung unter gleichstellun(at)asta.uni-hamburg.de)

Das Fitnessstudio Mrs. Sporty, ein Sportclub speziell für Frauen, bietet eine Einführungsveranstaltung zum Kennenlernen. Eine erfahrene Trainerin wird euch zeigen, wie das von Stefanie Graf entwickelte Konzept aussieht und die Teilnehmerinnen beim Trainieren unterstützen. Mitzubringen sind Sportschuhe, Trainingskleidung und gute Laune. Die Veranstaltung findet im Mrs. Sporty Club in der Rothenbaumchaussee 61 statt.


15.oo Uhr Jura- Fakultät: Erfolgreiche Juristinnen erzählen 

Podiumsdiskussion zu Frauenkarrieren, u.a. mit Prof. Dr. Petra Pohlmann, Universität Münster und den Rechtsanwältinnen Dr. Romina Polley, Cleary Gottlieb, Köln und Dr. Anna Burchard, Rostock.

Die Veranstaltung findet um 15.00 Uhr im Raum 131, im Rechtshaus, Schlüterstr. 28, statt.

Mi., 25.11.2009: Podiumsdiskussion

Kind oder Karriere- Studieren trotz Kinderwunsch?
(13.oo – 15.oo Uhr im WiWi Raum 0079)

Gäste:

  • Dipl.- Inf. Angela Schwabl, Gleichstellungsbeauftragte des Departments Informatik
  • Dr. Sabine Trepte, Juniorprofessorin Medienpsychologie
  • Suzanne Kazemieh, FrauenFinanzGruppe
  • Daniela Kock, UniEltern
  • Manuela Badur, Referentin für Familienpolitik in der Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz

Inwieweit ist es überhaupt sinnig zu studieren, wenn man als Frau bereits weiß, dass ein Kinderwunsch vorhanden ist? Ist das Studium verschenkte Zeit? Wird man danach „nur“ Hausfrau und Mutter? Welche Schwierigkeiten birgt die Vereinbarung von Familie und Beruf? Wo gibt es Hilfe? Welche Gefahren lauern, worauf muss man achten?

Unternehmerinnen und Wissenschaftlerinnen erzählen von ihren Erfahrungen, Familienpolitik und UniEltern berichten, was bereits geschafft wurde und wo noch Handlungsbedarf ist.


Terre des femmes: Internationaler Tag „Nein zu Gewalt gegen Frauen“

 Auch in diesem Jahr, am Mittwoch, 25. November, findet die von Terre des Femmes initiierte fünfte bundesweite Aktion „Nein zu Gewalt an Frauen“ statt.

Dieser Gedenktag geht zurück auf die Ermordung der drei Schwestern Mirabal, die am 25. November 1960 in der Dominikanischen Republik vom militärischen Geheimdienst getötet wurden. Sie hatten sich an Aktivitäten gegen den tyrannischen Diktator Trujillo beteiligt.

Der Mut der Mirabal-Schwestern gilt inzwischen als Symbol für Frauen weltweit, die nötige Kraft für das Eintreten gegen jegliches Unrecht zu entwickeln.

Seit 1999 ist der 25. November auch von den Vereinten Nationen als offizieller internationaler Gedenktag anerkannt.

Rund um den 25. November finden im gesamten Bundesgebiet zahlreiche Veranstaltungen statt: Neben Informationsabenden, Vorträgen und Podiumsdiskussionen werden auch zahlreiche (Benefiz-) Konzerte, Lesungen und Theatervorstellungen veranstaltet. 

Weitere Informationen:
http://www.frauenrechte.de/tdf/index.php?option=com_content&task=view&id=128&Itemid=125


Do., 26.11.2009: Kurzvorträge

Kurzvortragsreihe erfolgreicher Frauen
(14- 18.oo Uhr im Raum WiWi 2079)

Hierbei berichtet einerseits der AStA über Frauen an der Uni und Projekte für Studentinnen und andererseits Professorinnen und wissenschaftliches Personal sowie Gleichstellungsbeauftragte verschiedener Fakultäten und selbstständige Unternehmerinnen bzw. Frauen in Führungspositionen über ihre Arbeit und den Weg in die Selbstständigkeit. Die Vorträge werden eine Dauer von ca. 20 Minuten haben, sodass im Anschluss ein wenig Raum für Diskussionen bleibt.

Fr., 27.11.2009: Abschlusskonzert in der Ponybar

 â€œIrgendwo muss Cate's Leila hin. Hin mit ihrer Sicht der Welt, wenn Worte nichts mehr können.“

Dann regt sich eine Melodie, sie singt mit ihrem Klavier und zart und zerbrechlich erfasst ihre Musik denjenigen, der sie hören kann.

Cate 's Musik ist die ersehnte Linderung. Sie klingt wie das versöhnende Stück Schokolade nachts um vier. Ihre musikalischen Bekenntnisse  verwundern, bezaubern.

In Singer/Songwritermanier fordern sie jeden, der sie hört, sich auf Cate's Leila einzulassen und mit ihr zu gehen. Wenigstens für die Dauer eines Liedes.

Es lohnt sich, dieser Frau zuzuhören, sie hat uns Einiges zu
erzählen! Ab 22.oo Uhr in der Ponybar am Grindelhof (http://www.ponybar.de/)

 

Während der gesamten Zeit… 

… wird das Konzept unterstützt durch eine Plakataktion unter dem Motto "starke Frauen, starke Uni", in der weibliches Engagement an der Uni Hamburg durch Studentinnen, Professorinnen und politische Aktivistinnen kommuniziert und gefeiert wird.


Reader zum Thema Gleichstellung

Wir haben für euch an einem ausführlichen Reader zum Thema Gleichstellung an der Uni Hamburg gearbeitet. In ihm werdet ihr kurz aufgearbeitet Artikel und Informationsmaterial zum sehr umfangreichen und vielschichtigen Thema Gleichstellung finden. Außerdem haben wertvolle und hilfreiche Adressen sowie Tipps rund um Weiterbildung, Förderung und Hilfe zusammengestellt. Es lohnt sich, ihn zu lesen! Der Reader liegt in euren Fachschaftsräten und im AStA aus- auch in den Mensen ist er in den AStA- Infoständen zu finden.

Vereinbarkeit von Familie und Studium: UniElternBei Problemen oder Fragen um die Vereinbarkeit von Kind(ern) und Studium bieten die UniEltern als Kooperationspartner des AStA eine Anlaufstelle für alle studierenden Eltern, zum einen, um Informationen rund um das Studium mit Kind(ern) zu sammeln und weiterzugeben, zum anderen, um Kontakte zwischen studierenden Eltern (und ihren Kindern) herzustellen und einander zu unterstützen. 

Weitere Informationen findet Ihr unter: www.unieltern.de


Stammtischrunden
Diese Gesprächskreise finden fakultätsbezogen mit interessanten Gästen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung im AStA- Freiraumstatt, wobei die Veranstaltung einen genderspezifischen Schwerpunkt birgt. In Zusammenarbeit mit den jeweiligen Fachschaftsräten bieten Euch die fachbezogenen Stammtische in ungezwungener Runde die Möglichkeit, zu Diskutieren, Erfahrungen auszutauschen, Kontakte zu knüpfen und Informationen zu erhalten. Die nächsten Termine erhaltet ihr direkt im AStA oder bei euren jeweiligen Fachschafträten und sie werden auch hier zu finden sein.


Diversity- Management
Wir führen ein Projekt zur Erfassung der Schwierigkeiten und Hindernisse für ausländische Studierende an der Uni Hamburg durch. Ziel ist es herauszufinden, mit welchen Problemen internationale Studierende an der Uni Hamburg zu kämpfen haben und wie man diese Probleme am besten lösen kann. Dazu werden die entsprechenden Personengruppen getrennt nach Geschlechtern in einem ca. 30- minütigen Interview zu ihren Erfahrungen und ihrer Sichtweise befragt. Die Ergebnisse der Auswertung werden weitere Handlungsfelder generieren, die es zu bearbeiten gilt.

Mitarbeit Wer Interesse an Gleichstellungspolitik hat, ein Projekt umzusetzen oder sich informieren möchte, kann sich gerne mit der studentischen Gleichstellungsbeauftragten in Verbindung setzen.

Sprechzeiten: dienstags 12-14 Uhr. Telefon: 040 450 204 19,
Email: gleichstellung(ätt)asta.uni-hamburg.de


3. Interessante Einrichtungen auf dem Campus

CareerCenter Career Center

Expertinnenberatungsnetz Expertinnen-Beratungsnetz

Zentrum GenderWissen  LINK:  www.zentrum-genderwissen.de 

UniEltern Uni-Eltern: Die Initiative

KinderCampus / Studierendenwerk  http://www.studierendenwerk-hamburg.de/kinder/template.php?mid=40&&sprache=deutsch

Zentrum für Studienberatung und Psychologische Beratung (ZSP) Zentrum für Studienberatung und Psychologische Beratung (ZSPB)

Akademisches Auslandsamt Akademisches Auslandsamt

Stabsstelle Gleichstellung www.verwaltung.uni-hamburg.de/pr/glb/g.html

Notruf für vergewaltigte Frauen und Mädchen e.v. - Tel.: 25 55 66


4. Rechtliche Grundlagen zur Frauenförderung

Frauenförderrichtlinie Frauenförderrichtlinie

Gleichstellungspläne der wissenschaftlichen Einrichtungen Gleichstellungspläne der wissenschaftlichen Einrichtungen

Frauenförderung in der Berufungsordnung der Universität Hamburg Frauenförderung in der Berufungsordnung der Universität Hamburg

Prüfung der Einstellungsvoraussetzungen für Juniorprofessuren nach § 18 HmbHG Prüfung der Einstellungsvoraussetzungen für Juniorprofessuren nach § 18 HmbHG