Bachelor/Master
Alles wird anders. Alles wird besser. Zumindest wird versucht, durch die Umstellung fast aller Studiengänge auf das neue Bachelor- und Mastersystem, diese Verbesserungen zu erzwingen. Oftmals wird das Studium durch die Umstellung auf das Bachelor/Master-System aber auch verschlechtert.
Die neuen Studiengänge wurden im Bologna-Prozess entwickelt, an dem inzwischen 45 europäische Länder beteiligt sind. Das Ziel ist die Schaffung eines gemeinsamen europäischen Hochschulraums. Zentraler Bestandteil ist die Umstellung der Magister- und Diplomstudiengänge zu einem gestuften System mit einem Bachelor als berufsqualifizierenden Abschluss und einem Master, der den wissenschaftlichen Abschluss bildet. In Hamburg ist sind inzwischen etwa die Hälfte aller Studiengänge auf das neue System umgestellt worden, die vollständige Umstellung aller Studiengänge auf das BA/MA-System (mit Ausnahme von Medizin und Jura) ist für das Wintersemester 07/08 geplant.
Generell begrüßen wir Reformen, die das Studium verbessern und ein flexibleres Studium zulassen, das überall anerkannt wird. Die Neuausrichtung der alten Diplom- und Magisterstudiengänge war überfällig, das neue Studiensystem bietet hier viele Chancen, sowohl die Studienanforderungen wie auch die Studieninhalte zu aktualisieren und zu verbessern.
Wir begleiten den Umstellungsprozess kritisch, denn oftmals werden diese Chancen nicht genutzt. Im Gegenteil: Bei vielen Studiengängen gibt es deutliche Verschlechterungen. Deswegen setzen wir uns dafür ein, dass die neuen Studiengänge nicht unstudierbar werden und die Wahlfreiheit nicht unnötig eingeschränkt wird. Außerdem möchten wir die Nebenfach- und Wahlbereichssituation verbessern und eine unverhältnismäßige Belastung der Studierenden vermeiden. Hierzu streben wir eine dichtere Zusammenarbeit mit den Fachschaftsräten und den Gremienvertretern und Gremienvertreterinnen in den Fakultäten an.
Von staatlicher Seite muss die ausreichende Finanzierung eines differenzierten und spezialisierten Fächersystems gewährleistet werden. Dies wird, entgegen den Behauptungen des Senates, langfristig Ressourcen über das geplante Finanzvolumen hinaus erfordern. Außerdem müssen Maßnahmen ergriffen werden, die nicht nur die Quantität der Lehre, sondern auch die Qualität verbessern.
Weiterhin ist es wichtig, bei der Einführung des neuen Studiensystems die besondere Situation von Studierenden mit Kindern oder arbeitenden Studierenden zu beachten. Für diese muss die Möglichkeit zu studieren gewahrt bleiben, indem beispielsweise Teilzeitstudien angeboten werden.
Wir setzen uns für eine strukturierte Planung der neuen Studiengänge ein, bei der insbesondere studentische Interessen eingebracht und berücksichtigt werden müssen. Wir möchten bei schon bestehenden Bachelor- und Masterstudiengängen dafür sorgen, dass strukturelle und organisatorische Mängel schnellstmöglich behoben werden. Außerdem setzen wir uns in der Universität und beim Senat für eine Verbesserung der Studienbedingungen ein.
Alles wird anders. Wir möchten, dass alles auch tatsächlich besser wird.

