Masterkapazitäten - Zankapfel der Hochschulpolitik
Neben den Studiengebühren dominiert momentan der Streit um die Masterkapazitäten die Hamburger Hochschulpolitik. In Auseinandersetzungen mit Senator Drägers Behörde, die kein Geld für die Ausfinanzierung der Masterplätze zur Verfügung stellen will, setzen wir uns dafür ein, dass es in sämtlichen Wissenschaftsbereichen ein breites Angebot an Master-Plätzen gibt, damit die Universität auch langfristig eine solche bleibt.
Die Universität Hamburg ist eine der wenigen wirklich verbliebenen Volluniversitäten Deutschlands. Als eine der fünf größten Hochschulen bietet sie mit Ausnahme der Ingenieurwissenschaften auf allen Wissengebieten eine umfangreiche (Aus-)Bildung. Diese Größe und Vielfalt allein beinhaltet ein einmaliges Potential, die Universität zu einer der führenden in Deutschland und gar in Europa auszubauen.
Hierzu sind enorme Anstrengungen von Nöten. Eine Grundvoraussetzung ist jedoch, dass wir auch in Zukunft jungen Menschen eine echte Chance auf eine hochkarätige Bildung anbieten können. Diese Chance wird vor allem in dem Angebot an wissenschaftlichen Masterstudiengängen deutlich. Ohne eine ausreichende Zahl solcher Plätze wird unsere Universität auf Dauer nicht wettbewerbsfähig sein. Weder national, noch international.
Leider sieht der politische Richtungsentscheid zurzeit ganz anders aus. Der derzeitige Stand der Kapazitätsberechnungen der Universität weist eine ausfinanzierte Masterstudienplatzzahl in Höhe von bestenfalls 37,5% aus. Das heißt, dass maximal 1.200 der 3.200 BA-Absolventen die Chance auf ein Masterstudium haben. Diese Quote ist schlichtweg katastrophal.
Fast alle Studierenden kommen an eine Universität, weil sie sich für ihr Fach ernsthaft interessieren und dieses Fach ihr Leben bestimmen soll. Die Aussicht, an der Universität Hamburg nur die Grundlagen kennen zu lernen und dann sehen zu müssen, wo man bleibt, ist dabei keine gute Voraussetzung für die Wahl der Uni Hamburg als Studienstandort.
Aber auch für die Universität ist ein breites MA-Angebot von entscheidender Bedeutung: Ihre Wettbewerbsfähigkeit hängt vor allem von ihrer wissenschaftlichen Leistung ab. Hierbei steht vor allem die Leistung ihrer Professoren im Vordergrund. Für Forscher ist es vor allem interessant, guten Nachwuchs und neue Mitarbeiter zu finden, die begeistert ihr Fach erforschen und neue Impulse liefern. Der eher auf Grundlagenausbildung ausgelegte BA-Bereich ist für einen Forscher auf Dauer eher uninteressant. Sollte die Universität in seinem Forschungsfeld wenig oder gar keine Masterkapazitäten anbieten, wird es zum Beispiel schwierig für sie/ihn geeignete Doktoranden zu entdecken. Verlassen Forscher mit diesen Aussichten die Universität Hamburg oder lassen sich nicht berufen wird auch der Austausch mit besonders inspirierenden und guten Forscherkollegen schwieriger. Die Wettbewerbsfähigkeit der Universität bei Berufungen von herausragenden Wissenschaftlern verschlechtert sich damit weiter.
Auf diese Weise kann die Nichteinrichtung von ausreichenden Masterkapazitäten dazu führen, dass die Universität in den betroffenen Bereichen auf Jahre hinaus nicht mehr die Chance erhält, wirklich deutschlandweit oder gar international stark zu werden.
Nur mit einem starken Master-Angebot ist es möglich, herausragenden wissenschaftlichen Nachwuchs ausbilden und im Exzellenzwettbewerb die Nase vorn zu haben. Nur wenn dies gewährleistet ist, wird die Talentstadt Hamburg für qualifizierte Studierende interessant sein. Und auch nur in diesem Fall werden hochrangige Forscher und Professoren nach Hamburg kommen, um hier guten Nachwuchs auszubilden, der begeistert forscht und somit neue Impulse für die Hansestadt Hamburg liefert.




