Gemeinsam gegen die Militärübung „Red Storm Charlie“
24. September 2026
Dieses Jahr wird Hamburg vom 24.- 26. September erneut Schauplatz einer großen Militärübung. Unter dem Namen „Red Storm Charlie“ soll unsere Stadt drei Tage lang als Übungsplatz für „militärisch-zivile Zusammenarbeit“ genutzt werden. Wir sollen uns an die Präsenz der Bundeswehr und eine Aufrüstung mit historischem Ausmaß gewöhnen. Gelder, die im Sozialen bewusst eingespart werden, steckt die Regierung in den Ausbau der militärischen Infrastruktur, und Hamburg soll Dreh- und Angelpunkt der NATO-Ostflanke werden. Diese Übung reiht sich nahtlos in die rasant fortschreitende Militarisierung der Gesellschaft ein.
Während die „Karriere“ bei der Bundeswehr mit sicheren „Aufstiegschancen“ auf Bussen, Außenwerbeflächen und in der Bahn beworben wird, verschlechtert sich unsere Perspektive als Studierende von Semester zu Semester. Viele von uns können sich den Semesterbeitrag von über 400 Euro kaum noch leisten, leben in kleinen, überteuerten WG-Zimmern und im Studienalltag wird uns der Boden unter den Füßen weggekürzt.
Auch wer einmal auf den Sozialstaat angewiesen ist, merkt schnell, dass BAföG oder ein Therapieplatz oft kaum noch zugänglich sind.
In Zeiten, in denen deutsche Politiker*innen davon sprechen, dass aus der Bundeswehr die „konventionell stärkste Armee Europas” werden soll, bald fast die Hälfte des Jahreshaushalts für Militär ausgegeben werden soll und immer mehr Menschen sich für mögliche Krisenlösungen nach rechts umschauen, ist einerseits ein großer Grund zur Sorge gegeben und andererseits höchste Zeit, aktiv zu werden und sich gegen Krieg, Verarmung und Sozialabbau zu engagieren!
Mit „Red Storm Charlie” werden nicht einfach ‘nur‘ Panzer und Soldat*innen durch unsere Straßen ziehen, sondern zusätzlich auch viele Firmen. Dies geschieht allgemein durch die Hamburger Handelskammer und ihr Angebot „Red Storm Business”, darüber hinaus auch ganz individuell auf ein Unternehmen zugeschnitten, um es in die Kriegsvorbereitung einzubeziehen. Bei Edeka können wir uns einen „Notfallrucksack“ für „Krisensituationen“ kaufen und uns schon mal darüber Gedanken machen, wie wir es uns möglichst nett im Bunker machen würden. Aus dem zivilen Universitätsklinikum Eppendorf wird über die Köpfe von Mitarbeitenden, Studierenden und Dozierenden hinweg ein militärisch-taktischer Übungsort gemacht und auch an der HAW wird es zusätzlich zum Studiengang in Kooperation mit Rheinmetall auch ein auf die Hochschule zugeschnittenes Programm geben. Weitere Akteure, die von der Bundeswehr explizit einbezogen werden, sind unter anderem das Technische Hilfswerk, die Hamburger Polizei, die Bundesagentur für Arbeit, die Hochbahn, der Hamburger Flughafen, Airbus, Lufthansa, Philips und LIDL.
Als Studierende der Uni Hamburg müssen wir für Hochschulen frei von Militär und Rüstungsindustrie kämpfen. Die Bundesregierung raubt jungen Menschen die Perspektive durch eine Wehrpflicht durch die Hintertür und nun möchte derselbe Militärapparat, der uns als Studierende in einen Zwangsdienst schicken will, unbehelligt durch unsere Stadt laufen. Das gilt es zu verhindern und dem müssen wir uns mit aller Kraft entgegenstellen.
Die Sozialkürzungen und unser zunehmend prekärer Unialltag hängen unmittelbar mit der umfassenden Militarisierung zusammen, wofür das Kriegsmanöver „Red Storm Charlie” ein drastischer Ausdruck ist.
Kommt daher mit uns am 26.09. zur Kundgebung des DGB am Besenbinderhof 60 um 10 Uhr und danach ab 15 Uhr zur Demonstration des Bündnisses “Rheinmetall Entwaffnen” an den Landungsbrücken.
Lasst uns außerdem einen Tag davor am 25.09. die Hamburger Schüler*innen beim Schulstreik gegen die Wehrpflicht auf dem Hachmannplatz um 10 Uhr unterstützen!
