Sparen am Jurastudium ist Sparen am Rechtsstaat!
7. Oktober 2026
Der Fakultät für Rechtswissenschaft an der Universität Hamburg drohen ab 2027 drastische finanzielle Einschnitte. (!!) Zwar steigt das Universitätsbudget nominal um zwei Prozent im Jahr, doch das reicht bei weitem nicht aus: Hohe Inflation, gestiegene Energiekosten und höhere Tarifabschlüsse werden dadurch nicht gedeckt.
Den Preis dafür zahlen wir Studierende. Konkret soll der universitäre Examensvorbereitende Klausurenkurs so weit zusammengestrichen werden, dass in Zukunft weniger als ein Viertel der abgegebenen Klausuren korrigiert werden. Dabei sind regelmäßige Korrekturen und qualifiziertes Feedback fundamental für eine gelungenen Examensvorbereitung. Dazu kommen der geplante Abbau von Stellen im Mittelbau (was direkt die Betreuung in den Arbeitsgemeinschaften trifft), der Erwerbsstopp für Fachliteratur in der Zentralbibliothek Recht sowie das Aus für das AMBSL-Stipendienprogramm. Sogar praxisnahe Angebote wie Moot Courts und Law Clinics sollen vollständig aus der Grundfinanzierung gestrichen werden, obwohl Politik und Justiz seit Jahren mehr Praxisbezug verlangen.
Als AStA kritisieren wir diesen Sparkurs scharf.
Wenn die Uni ihr kostenloses Vorbereitungsangebot ruiniert, bleibt uns Studierenden für eine angemessene Examensvorbereitung nur noch kommerzielle privaten Repetitoren. Private Repetitorien und Klausurenkurse kosten schnell hunderte Euro im Monat. Geld, das viele bei den ohnehin enormen Hamburger Lebenshaltungskosten nicht haben. Wer nicht das Geld hat, sich die Examensvorbereitung zu kaufen, hat das Nachsehen. Damit wird der Studienerfolg wieder einmal vom Geldbeutel der Eltern abhängig gemacht.
Wir fordern den Hamburger Senat und das Universitätspräsidium auf: Die Kürzungen müssen gestoppt werden. Die Landesmittel müssen so aufgestockt werden, dass sie reale Kosten- und Tarifsteigerungen auffangen. Das universitäre Repetitorium, die Klausurenkorrekturen, die Bibliotheksausstattung und die studentischen Praxisprojekte müssen lückenlos abgesichert werden. Bildung ist eine Aufgabe der Daseinsvorsorge und darf kein Privileg für Besserverdienende werden.
