Wissen schafft Zukunft - Auf die Straße am 26. November!Demonstration für die Ausfinanzierung der Hamburger Hochschulen am Donnerstag, den 26.11.2026, 14 Uhr
19. September 2026
Die Hochschulen werden vom Hamburger Senat schon seit Jahren nicht ausreichend finanziert. Dieser Konflikt spitzt sich aktuell zu: Bibliotheksöffnungszeiten werden verkürzt, es gelten Einstellungsstopps in der Verwaltung, zurzeit wird nur die Hälfte aller landesfinanzierten Promotionsstellen besetzt und ganze Studiengänge stehen vor dem Aus. Dabei braucht es mehr Wissenschaft und Bildung! Dafür haben im letzten Semester über 7000 Menschen demonstriert. Vom Senat wurde angekündigt, das Studium durch die Erhöhung der Semesterbeiträge zu verteuern, um städtische Haushaltslöcher zu stopfen, und bereits zugesagte Mittel für neue Aufgaben wieder zurückzunehmen. Eine Streichung der Stipendienprogramme für internationale Studierende und ein auferlegter Abbau von hunderten Studienplätzen drohen den Zugang zu Bildung und Wissenschaft einzuschränken.
Das ist eine Politik gegen den klar formulierten Willen der Hochschulen und gegen die Interessen der Stadtbevölkerung. Das nehmen wir nicht hin! Wir mischen uns gemeinsam in die laufenden Haushaltsverhandlungen ein! Denn: Wissen schafft Zukunft!
Allgemeinwohlorientierte Bildung und Wissenschaft ausbauen statt abbauen
Auskömmliche Grundfinanzierung ist notwendig für demokratische Wissenschaft. Das geht alle an! Denn es geht um:
- sozial und international offene Hochschulen für die Bildung demokratischer Persönlichkeiten
- Zivile Entwicklung: Ausbau von Friedenswissenschaft und -bildung als gemeinsame Leitlinie, u.a. mit Friedensforschungsinstituten und Peace-Building-Curricula
- wissenschaftliches Engagement für sinnvolle staatliche Investitionen in Bildung, Forschung, Soziales, Kultur und Infrastruktur
- Inklusion – überall in der Gesellschaft, mit Bildung und für demokratische Teilhabe aller
- Geschichtsbewusste Erschließung und Entwicklung des kulturellen Erbes der Menschheit in Schrift, Ton, Bild, Form und Darstellung – als Brücke zwischen Kulturen
- Ingenieur- und Naturwissenschaften im Dienste der Menschheit, etwa zur gemeinsamen Bewältigung und Überwindung der Klimakrise
- öffentliche Gesundheitsversorgung und -bildung mit dem Menschen im Mittelpunkt
- demokratische Infrastruktur- und Stadtentwicklung für soziale, nachhaltige und inklusive Gemeinwesen-, Bau- und Raumgestaltung
- engagierte Rechtswissenschaft für die Verwirklichung der Grundrechte sowie des Menschen- und Völkerrechts
Wer die Wissenschaft dauerhaft unterfinanziert, schränkt die Hochschulen ein, für eine Gesellschaft zu arbeiten, in der alle menschenwürdig leben können. Dabei ist das Geld vorhanden! Bereits jetzt verjähren in Hamburg hunderte Millionen nicht eingezogener Steuergelder – allein 2025 gut 263 Mio. €. Auf Bundesebene würden eine Erhöhung der Steuer auf Vermögen oder Erbschaft und die Rücknahme der massiven Rüstungsausgaben politische Gestaltungsmöglichkeiten sofort erweitern. Die Schuldenbremse verhindert dringend benötigte Zukunftsinvestitionen. Und diese lohnen sich auch volkswirtschaftlich: Jeder investierte Euro in die Wissenschaft bringt zwei bis drei Euro an Wirtschaftswachstum und schafft gute Arbeitsplätze.
Kämpfen lohnt sich!
Die Geschichte zeigt: Wissenschaft in Bewegung wirkt! Vom demokratischen Ausbau der Hochschulen in den 70ern, über die Abschaffung der Studiengebühren und die großen Ausfinanzierungsproteste 2011 bis heute: Wir fordern die sofortige Korrektur des Haushaltsentwurfs zu Gunsten von Bildung und Wissenschaft sowie von Sozialem, Gesundheit, Kultur, Nachhaltigkeit und Arbeit.
Als Studierende und Beschäftigte der Hamburger Hochschulen rufen wir auf, gemeinsam auf die Straße zu gehen für:
- die sofortige Erhöhung der Grundetats zum Ausgleich des strukturellen Defizits,
- eine dynamische, inflationsangepasste Grundfinanzierung mindestens in Höhe der realen Kostenentwicklung bei Tarifsteigerungen und Sachkosten sowie der realen Aufgaben
- die Bereitstellung der benötigten Ressourcen zur inhaltlichen Weiterentwicklung eines gemeinwohlorientierten Studiensystems
- den Ausbau von Studienplätzen zur Erweiterung der sozialen Öffnung der Hochschulen
- gute Studien- und Arbeitsbedingungen – beispielgebend für alle Bereiche der öffentlichen Daseinsvorsorge
Gemeinsam sind wir stark!

