Gegen die Eskalation in Westasien – Internationale Solidarität!Jugend, Arbeiter:innen, Hochschulen – gemeinsam gegen Krieg und Diktatur
23. März 2026
Als AStA der Universität Hamburg verurteilen wir den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der USA und Israels auf den Iran und stehen solidarisch an der Seite der Jugend-, Arbeiter-, Menschenrechts- und Studierendenbewegung für eine selbstbestimme Zukunft und ein Ende der Unterdrückung.
Wir rufen alle dazu auf, sich zu engagieren: Stoppt den Krieg!
Am Morgen des 28.02.2026 haben die USA und Israel völkerrechtswidrig den Iran angegriffen. Rund 30 Orte wurden bombardiert, darunter Teheran, Qom, Tabriz und Kermanshah; eine Mädchenschule in Hormusgan wurde zerstört, mindestens 70 Schülerinnen wurden getötet. Der Angriff fand mitten in Verhandlungen über das Atomprogramm des Irans statt, bei denen bisher zwar keine Einigung, aber Fortschritte erzielt werden konnten. Diese sind durch den Angriff gefährdet. Mittlerweile hat dieser Krieg über 1.200 Menschenleben gekostet und ein Ende der Aggression ist nicht in Sicht.
Dieser Angriff ist weder „Prävention“ noch „Verteidigung“, sondern Teil einer imperialistischen Strategie zur Kontrolle und Destabilisierung der Region. Unter dem Deckmantel von „Menschenrechten“ und „Sicherheit“ wird ein Regimewechsel angestrebt, der – wie in Irak, Libyen oder Afghanistan – vor allem Tod, Elend und Zerstörung für die Bevölkerung bedeutet. Die Kosten tragen nicht Regierungen, sondern Arbeiter:innen, Jugendliche, Studierende – die Zivilbevölkerung.
Gleichzeitig erlebt der Iran seit Anfang Januar 2026 eine neue Welle landesweiter Proteste, die vom iranischen Regime blutig niedergeschlagen wurden. Studierende, Arbeiter:innen, Lehrer:innen, zivilgesellschaftliche Organisationen und politische Gruppen organisieren Streiks, Demonstrationen und Gedenkaktionen. Sie benennen offen die tiefe politische Repression, soziale Ungleichheit, wirtschaftliche Ausbeutung, die Unterdrückung von Frauen und nationalen Minderheiten. Universitäten wie Teheran, Beheshti, Allameh Tabatabai, Science and Industry, Tarbiat Modares, Amirkabir, Sharif und viele andere sind zu Knotenpunkten dieses Widerstands geworden.
„Die Studierenden sind die Kinder dieser Geschichte. Es ist nur natürlich, dass Slogans wie «Weder Pahlavi noch Führung; Freiheit und Gleichheit» aus dem Herzen der Universität aufsteigen und dass «Frau, Leben, Freiheit» widerhallen”, so die gemeinsame Erklärung der Universität Teheran – Daneshjo und der unabhängigen Studentenvereinigung von Beheshti.
Die Jugend spielt dabei eine zentrale Rolle: Schüler:innen, Studierende, junge Arbeiter:innen und prekär Beschäftigte tragen die Proteste auf die Straßen, in Betriebe, Schulen und Campus. Ihre Parolen – „Frau, Leben, Freiheit“ und „Weder Monarchie noch Mullahs – Freiheit und Gleichheit“ – richten sich zugleich gegen die islamische Diktatur, gegen restaurative monarchistische Projekte und gegen jede Form imperialistischer Einmischung. Sie machen klar: Die Zukunft des Landes darf nicht von alten Eliten oder ausländischen Mächten bestimmt werden, sondern von der organisierten Bevölkerung selbst.
Der völkerrechtswidrige Angriff gegen den Iran verschlechtert die Lebens- und Kampfbedingungen der Bevölkerung Irans dramatisch: Er verschärft die wirtschaftliche Not, rechtfertigt neue Repressionswellen und wird von Regierungen genutzt, um Proteste als „Destabilisierung“ oder „ausländische Verschwörung“ zu diffamieren. Gleichzeitig wird der reale Kampf der Menschen im Iran von den USA, Israel und der EU instrumentalisiert, um einen Regimewechsel im Sinne ihrer eigenen geopolitischen Interessen zu betreiben. Das schwächt die emanzipatorischen Kräfte und erschwert internationale Solidarität von unten.
Als AStA solidarisieren wir uns mit der Bewegung und unseren Kommiliton:innen, die „durch interne Debatten zu konkreten Vorschlägen und zu kollektiven Vorstellungen für die Zukunft des Iran gelangen [wollen]; eine Zukunft, in der Freiheit und Gleichheit Hand in Hand gehen und die Befreiung der Frauen und das Ende der geschlechtsspezifischen Unterdrückung die treibende Kraft für Veränderungen” kämpfen.
Wir sagen und fordern:
- Stoppt den völkerrechtswidrigen Krieg der USA und Israels gegen den Iran – sofortiger Waffenstillstand und Rückkehr zu diplomatischen Lösungen.
- Nein zu Regime-Change-Politik, Besatzung und imperialistischer Einmischung – im Iran, in Westasien und weltweit. Schluss mit allen völkerrechtswidrigen Sanktionen, weil sie die Zivilbevölkerung zusätzlich treffen.
- Solidarität mit den Studierenden, Jugendlichen und Arbeiter:innen im Iran, die unter enormen Risiken für Freiheit, Gleichheit, Geschlechtergerechtigkeit und soziale Gerechtigkeit kämpfen.
- Unterstützung von „Students at Risk“ und Studierenden in Krisen- und Kriegsgebieten – insbesondere iranischen Studierenden in Deutschland – durch Erleichterung der Prüfungsphase, Erlass des Semesterbeitrags, unkomplizierte Visa- und Aufenthaltsregelungen sowie psychosoziale und materielle Unterstützung.
- Stärkung von studentischer und gewerkschaftlicher Selbstorganisation hier vor Ort: für Zivilklauseln, gegen militärische Forschung, gegen Privatisierung und Prekarisierung von Bildung und Arbeit.
- Wiederaufnahme, Aufbau und Vertiefung internationaler Hochschulkooperationen von unten – zwischen Studierenden-, Arbeiter:innen- und Wissenschaftsorganisationen, die für eine demokratische und soziale Zukunft kämpfen.
Universitäten weltweit haben die Pflicht, sich klar und unmissverständlich auf die Seite des Völkerrechts und der Menschenrechte zu stellen. Das Gewaltverbot und die Verwirklichung der sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Rechte aller Menschen bilden eine Einheit.
In diesem Sinne intensivieren wir unser Engagement für:
- Zivilklauseln und die konsequente Trennung von Forschung und Militär.
- Wissenschaft für zivile Konfliktlösung, Abrüstung, Diplomatie und gerechte, soziale Entwicklung.
- Gemeinsame Aktionen von Studierenden, Beschäftigten und Gewerkschaften an der UHH gegen Kriegspolitik, Rassismus, Sanktionen und soziale Spaltung.
